Slowenien: Vignette, Verkehr, Währung & Co.

Alle Fakten auf einen Blick

Was kostet die slowenische Vignette?

Die slowenische Maut ist für viele Urlauber Frustthema Nummer eins. Kein Wunder: Die Vignette zählt zu den teuersten in Europa. Von Autobahnpiraterie wird gerne geredet. Immerhin: Reisende erwartet dafür ein dichtes Netz an sehr gut ausgebauten Autobahnen und Schnellstraßen.

Es gibt Wochen-, Monats- und Jahresvignetten. Die Preise orientieren sich an Gewicht und Fahrzeughöhe. Der Preis für eine PKW-Wochenvignette (= 7 Tage) liegt aktuell bei 15,00 EUR, für Motorräder bei 7,50 EUR (Stand: 2020). Der Kauf lohnt sich. Werdet ihr ohne Vignette erwischt, droht ein Bußgeld zwischen 300 EUR bis 800 EUR.

Infos zum Preissystem, wo es Vignetten zu kaufen gibt, an welcher Stelle sie platziert werden müssen und viele weitere Tipps findet ihr hier.

Wie teuer ist der Karawankentunnel?

Für den Karawankentunnel, der Österreich mit Slowenien verbindet, gelten eigene Preise, die nicht mit dem Kauf einer Vignette abgegolten sind. Aktuell liegt der Preis für eine Einzelfahrt bei 7,50 Euro (Stand: 2020). Weitere Informationen findet ihr hier.

Kann man den Karawankentunnel umfahren?

Ja, das ist möglich. Auf der Strecke Villach – Jesenice – Ljubljana verläuft der Wurzenpass (Slowenisch: „Korensko sedlo“). Es handelt sich um einen Alpenpass über die Karawanken.

Aber Achtung: Diese Passstraße ist nichts für schwache Nerven. Die Strecke ist sehr kurvenreich, hat bis zu 18% Steigung und erreicht an ihrer höchsten Stelle 1.073 Metern. Eine Befahrung ist ganzjährig möglich. Autos mit Anhänger bzw. Wohnwagengespanne dürfen den Pass jedoch nicht befahren (siehe hier). Laut dem ÖAMTC gilt eine Befahrung für Wohnmobile zudem als ungeeignet.

Für versierte Auto- und Motorradfahrer ist der Pass jedoch ein Erlebnis. Die kurvenreiche Strecke, der umgebende Wald und die Ausblicke in die Berge locken zudem tapfere Radler auf den Weg. Kulturinteressierte können sogar ein Bunkermuseum besuchen.

Welches Tempolimit gilt in Slowenien?

In Slowenien gilt innerhalb geschlossener Ortschaften ein Tempolimit von 50 km/h, auf Landstraßen liegt es bei 90 km/h, auf Schnellstraßen bei 100 km/h und auf Autobahnen bei 130 km/h.

Für Wohnwagengespanne gelten ähnliche Tempolimits:

  • in Ortschaften: 50 km/h
  • auf Landstraßen: 90 km/h
  • auf Schnellstraßen: 100 km/h
  • auf Autobahnen: 100 km/h ❗

Bußgelder in Slowenien

  • Alkohol am Steuer*: ab 300,- EUR
  • Geschwindigkeitsübertretung von 20 km/h bis 50 km/h: ab 80,- EUR
  • Geschwindigkeitsübertretung von mehr als 50 km/h: ab 500,- EUR
  • Rotlichtverstoß: 300,- EUR
  • Parkverstoß: ab 40,- EUR
  • Nichtanlegen des Sicherheitsgurtes: 120,- EUR
  • Handy Nutzung am Steuer: 120,- EUR

 

* Die Promillegrenze liegt bei 0,5

Quelle: ADAC/ Stand: 03/2019

Wo kann ich in Slowenien tanken?

Autobahntankstellen haben rund um die Uhr geöffnet und finden sich etwa alle 30 Kilometer. Auch in den Städten und Dörfern gibt es zahlreiche Tankstellen. Überall wird bleifreies Benzin und Diesel angeboten, auch Autogas (LPG) ist teilweise erhältlich. Die Kraftstoffpreise für Bleifrei 95 Oktan und Diesel ändern sich alle 14 Tage und sind überall, außer an den Autobahnen, staatlich geregelt. Alle anderen Preise bestimmen die Händler selbst.

Wo erhalte ich Pannenhilfe in Slowenien?

Auto-Moto Zveza Slovenije, kurz AMZS, ist der slowenische Autofahrerclub und bietet einen 24-Stunden-Pannendienst. Er ist unter der Nummer 1987 erreichbar.

Beschilderung in Slowenien

Im Gegensatz zur blauen Beschilderung deutscher Autobahnen sind slowenische mit grünen Schildern markiert. Eine blaue Beschilderung verweist hingegen auf Schnellstraßen.

Lichtplicht am Tag: Tagfahrlicht oder Abblendlicht?

In Slowenien gilt Lichtpflicht auch am Tag; es muss ganzjährig auf allen Straßen mit Abblendlicht gefahren werden.

Welche Promillegrenze gilt in Slowenien?

Für Fahrer gilt in Slowenien ein Grenzwert von 0,5 Promille.

Winterreifen: Pflicht in Slowenien?

Vom 15. November bis zum 15. März besteht für alle Fahrzeuge Winterreifenpflicht. Bei Fahrten mit Sommerreifen im genannten Zeitraum müssen Schneeketten mitgeführt werden. In beiden Fällen müssen die Reifen eine Mindestprofiltiefe von 3 mm aufweisen.

Polizeikontrollen in Slowenien

Für Fahrer, die von der Polizei angehalten werden, gilt: im Auto sitzen bleiben, nicht aussteigen, weitere Anweisungen abwarten.

Finden in Slowenien Grenzkontrollen statt?

Österreich hat seine Grenzkontrollen seit Beginn der Flüchtlingskrise verschärft. Auf der Rückfahrt von Slowenien nach Österreich können sich daher teilweise Staus am Karawankentunnel (A11) bilden. Fährt man in die Gegenrichtung (von Österreich nach Slowenien) finden keine Grenzkontrollen statt.

Längere Wartezeiten gibt es jedoch am Grenzübergang zwischen Slowenien und Kroatien – in beide Richtungen. Eine Stunde Stop-and-Go müssen Urlauber hier in der Ferienzeit einplanen. Das betrifft insbesondere die Grenzübergänge Dragonja und Rupa. Staus bilden sich aber auch in Obrežje (Route Zagreb – Ljubljana) und Macelj (Route Zagreb – Ptuj – Maribor).

Ein Grund für die Warterei ist der andauernde Streit zwischen Kroatien und Slowenien um die Bucht von Piran. Solange dieser Konflikt nicht geklärt ist, blockiert Slowenien in der EU Kroatiens Beitritt zum Schengen Raum. Die Grenze zwischen Kroatien und Slowenien bleibt damit EU-Außengrenze und verlangt stärkere Kontrollen bei Ein- und Ausreise.

 

Ist Rauchen in Slowenien verboten?

Der Erwerb von Tabakwaren ist in Slowenien ab 18 Jahren erlaubt.

Das Rauchen im Auto ist generell verboten, wenn sich Personen unter 18 Jahren in dem Fahrzeug aufhalten.

Darüber hinaus wurden Zigaretten 2007 aus allen öffentlichen Gebäuden, Restaurants und Büros verbannt. Das Qualmen ist nur in abgetrennten Zimmern erlaubt, die strenge technische Vorschriften erfüllen müssen (zum Beispiel automatisch schließende Türen, eigene Lüftung und Unterdruck). Dieser technische und finanzielle Mehraufwand schreckt Wirte ab und führt dazu, das die große Mehrheit slowenischer Lokale rauchfreie Zonen sind. Gäste, die sich nicht an das Verbot halten, müssen eine Strafe von 125 Euro zahlen. Auf öffentlichen Plätzen im Freien sowie speziellen Raucherzimmern in Hotels ist das Rauchen weiterhin erlaubt.

Telefonieren in Slowenien

In Slowenien gilt die EU-Roaming-Verordnung. Das heißt: EU-Bürger, die beruflich oder privat in Slowenien unterwegs sind, zahlen seit 15. Juni 2017 keine Roaming-Gebühren mehr.

Mobiltelefongespräche (Handy am Steuer) während des Fahrens eines Kfz sind streng untersagt.

Zoll in Slowenien: Zigaretten und sonstige Waren

Slowenien ist Mitglied der EU – daher gilt auch hier der EU-weite freie Warenverkehr. Folglich kann man persönliche Gebrauchsgegenstände problemlos nach Slowenien einführen. Eine Ausnahme sind Tabakerzeugnisse, alkoholische Getränke und Bargeld:

EU-Bürger

  • Maximal 800 Zigaretten oder 200 Zigarren oder 1 kg Rauchtabak dürfen nach Slowenien importiert werden.
  • Bei Alkohol gilt eine Grenze von 1 Liter Branntwein bzw. Getränke mit einem Alkoholgehalt von mehr als 22 % oder 20 Liter alkoholische Getränke mit einem Alkoholgehalt bis zu 22 %.
  • Es gelten keine Beschränkungen bei der Einfuhr von Bargeld.

Nicht-EU-Bürger

  • Maximal 200 Zigaretten oder 50 Zigarren oder 250g Rauchtabak dürfen nach Slowenien importiert werden
  • Bei Alkohol gilt eine Grenze von 1 Liter Branntwein bzw. Getränke mit einem Alkoholgehalt von mehr als 22 % oder 20 Liter alkoholische Getränke mit einem Alkoholgehalt bis zu 22 %.
  • Maximal 10.000,00 EUR Bargeld dürfen importiert werden. Höhere Beträge sind beim Zoll anzumelden.

Sicherheit in Slowenien

Slowenien zählt zu den sichersten Ländern der Welt. Laut dem Weltfriedensindex (Global Peace Report) belegt das Land aktuell Platz 8 (Stand 2019). Zum Vergleich: Deutschland liegt mit Rang 22 deutlich dahinter. Egal ob Stadt oder Land: Überall kann man sich sicher bewegen. Auch für alleinreisende Frauen ein erheblicher Vorteil.

Wie zahlt man in Slowenien?

Nach dem EU-Beitritt Sloweniens ist das Land seit dem 1. Januar 2007 Teil der europäischen Währungsunion. Jeder zahlt heute in Slowenien mit dem Euro. Die EU-Einheitswährung löste den bis dahin gültigen slowenischen Tolar ab. Der Tolar (sein Name leitet sich ab von „Taler“) war seit der Unabhängigkeit Sloweniens im Jahr 1991 nationale Währung.

Nettes Detail am Rande: Die slowenische Euro-Münzprägung auf dem 1-Cent-Stück zeigt einen Storch. Er gilt für viele als Glückssymbol und passendes Geschenk für Schwangere oder junge Mütter. So kommt es, dass die slowenische 1-Cent-Münze überdurchschnittlich häufig im Euroraum verbreitet ist.