Karst in Slowenien

Schlaraffenland zwischen Wasser und Fels

Im slowenischen Karst gedeihen Weine mit Weltruhm, üppige Obstgärten und tiefgrüne Wälder. Willkommen im Garten Eden!

Karst – das Wort ist etwas schroff. Im Slowenischen (kras) oder im serbo-kroatischen (krš) klingt’s auch nicht gemütlicher. Der Begriff wurzelt im lateinischen carsus und bedeutet so viel wie „Fels(wand)“. Das passt! Denn Fels ist das prägende Element dieser Landschaft. Doch wenn ihr euch jetzt eine öde Steinwüste vorstellt: weit gefehlt!

Die Karstlandschaft – Mehr als kalt & kantig

Die Entstehungsgeschichte des Karst geht so:

Gott war am Aufräumen.

Er hatte einen Sack voll Steine. Die wollte er eigentlich ins Meer schütten.

Aber der Sack riss und die Steine purzelten an genau die Stelle, die heute den Karst bilden.

Wo liegt eigentlich dieser Karst?

Jetzt wird’s geographisch – sorry, darum kommen wir nicht herum.

Übersichtskarte Slowenien – rot markiert der Bereich, der als Sloweniens „Karst“ bezeichnet wird. Foto: Surveying and Mapping Authority of the Republic of Slovenia (GURS)

Der Karst bildet in Slowenien ein Plateau. Das liegt im Schnitt 334 Meter über der Meereshöhe. Im Nord-/ Nordosten wird der Karst begrenzt vom Vipava Tal (übrigens auch eine wunderschöne Ecke).

Im Westen zieht sich das Plateau entlang der italienisch-slowenischen Grenze. Die Plateaufläche erhebt sich dann recht steil Richtung Süden, wo es jäh abfällt. Schön zu sehen ist diese Felskante am Kraški Rob in Istrien. Der ist übrigens vor allem im Winter ein Kletterparadies, wenn sonstige Kletter-Hot-Spots in Europa in Eis und Schnee versinken.

Kraski rob Slowenien
Kletterfelsen Kraški Rob, Foto: Jurij Ravnik

Vor langer, langer Zeit war die Hochebene voller Eichenwälder. Dann kam der Mensch und begann radikal abzuholen. Wo das alles gelandet ist? In Venedig: Die Baumstämme stützen bis heute die Stadt. Außerdem nutzten die Venezianer das Holz für den Bau von Schiffen.

Hat die Rodungen überlebt: Ein alter Pinienbaum

Eine zweite Welle der Abholzung folgte im 19. Jahrhundert: Lokale Bauern wandelten das Land um in Weideflächen für ihre Schafe. Im 19. und 20. Jahrhundert versuchte man es mit einer Wiederaufforstung durch Kiefernwälder. Aber die Landschaft ist heute nur noch zu einem Drittel mit Wald bedeckt.

Wald, Fels – und manchmal beides auf einmal: Die Landschaft im Karst, Foto: Jošt Gantar

Sonne, Wasser, Wind & Fels: die 4 Elemente im Karst


Kalte Winter, heiße Sommer: Das Klima im Karst pendelt zwischen diesen beiden Extremen. Zwar gibt es reichlich Niederschläge. Doch das Regenwasser verschwindet schnell im porösen Gestein.

Die Folge ist lang anhaltende Trockenheit. Durch die Bora, einen für die Region typischen, kalten Wind, wird zusätzlich Feuchtigkeit entzogen.

Die Flusstäler und Hügel sind grün, dicht besiedelt und wasserreich. Hier gibt es viel Landwirtschaft, vor allem Obst- und Getreideanbau. Den fruchtbaren, rotbraunen Boden kennt man schon als Terra Rossa aus Italien. Die Slowenen nennen ihn „Jerina“. Dazwischen bildet der Karst verwitterte Kalksteine an der Oberfläche, die teils bizarre Formen annehmen.

Die Felsbrocken im Karst sind eine prima Spielwiese für große und kleine Entdecker.

Durch die vielen unterirdischen Abflüsse im Gestein gibt es an zahlreichen Stellen einen erheblichen Wassermangel. In diesen Bereichen sind menschliche Siedlungen auf so genannte „Dolinen“ beschränkt.

Dolinen – ein Karst-Kuriosum

Als Dolinen bezeichnet man große Felstrichter in der Karstlandschaft. Sie können mehrere hundert Meter oder gar ein paar Kilometer breit sein. Entstanden sind sie vor vielen Tausenden von Jahren.

Wie kam es dazu?

Um das zu erklären müssen wir in die Chemiekiste greifen. Anders geht’s leider nicht…

Karst ist das Ergebnis eines chemischen Lösungsprozesses. Zwei Voraussetzungen braucht es dafür: Kalkgestein und fließendes (Regen-) Wasser. So weit, so gut.

Das Regenwasser reagiert mit Kohlendioxid aus der Luft. Dabei entsteht Kohlensäure. Diese Kohlensäure greift den Kalkstein an und löst ihn stückweise auf. Würde das Wasser nicht fließen, sondern stehen wie in einer Pfütze, könnte sich der Kalkstein zurückbilden. So hingegen wird er Stück für Stück abgetragen.

Seid ihr noch da? Wir haben es gleich geschafft!

Oben karger Fels, unten fruchtbare Erde – das typische Bild einer Doline, Foto: Jošt Gantar

Es kann passieren, dass durch diesen Prozess sehr große Hohlräume entstehen, die im Lauf der Zeit zusammenbrechen. Die Folge: riesige Trichter – eben Dolinen. Hier findet das Wasser dann keinen unterirdischen Abfluss mehr. Stattdessen wird fruchtbarer Boden mit dem Regen nach und nach hinein gespült. Die fruchtbare „Jerina“- Erde sammelt sich an dieser Stelle: beste Basis für Landwirtschaft.

Schlaraffenland zwischen Fels & Wasser

Was die Bauern und Winzer aus dem Boden herausholen, kann sich sehen, riechen und schmecken lassen. Inmitten von blühenden Obstwiesen und üppigen Getreidefeldern stechen drei Produkte besonders hervor: saftige Pflaumen, würziger Prosciutto Schinken und rubinroter Teran Wein.

Für alle Foodies hier die Details:

Blau, rund & saftig-süß: Pflaumen aus Brkini

Bikini? Nein, Brkini! Der Landstrich ist ein blühendes Paradies inmitten der trockenen Karstlandschaft. Die Straßen zwischen den kleinen Dörfern sind gesäumt von Apfel- und Pflaumenbäumen. Besonders im Frühling ein echter Augenschmaus!

Die Obststraße in Brkini im Frühling

Aus den Pflaumen brennen die Bauern den berühmten Pflaumenschnaps Sliwowitz. Die süßen Früchte werden aber auch als Trockenobst angeboten. Eine besondere Delikatesse sind Pflaumengnocchi: süßer Kartoffelteig in denen sich jeweils eine Frucht versteckt. Auch die Produkte aus Äpfeln solltet ihr euch schmecken lassen. Apfelsaft und Apfelessig sind die Klassiker der Region.

Augen- und Gaumenschmaus: Pflaumen aus Brkini, Foto: Alan Kosmač

Ein Schinken aus Luft, Salz & Liebe: der Kraški Pršut

Ihr kennt Serrano Schinken aus Spanien? Vielleicht auch den San Daniele aus Italien? Aber ein Schinken mit dem sperrigen Namen Kraški Pršut kam euch vermutlich noch nicht auf den Teller? Schade! Denn das Trockenfleischprodukt ist mindestens genauso lecker wie seine Artverwandten.

Kraški Pršut gilt als besonders kräftig im Geschmack. Und nur im Karst kann er so würzig-aromatisch werden, wie er ist. Warum? Hier spielt die Bora eine wichtige Rolle: Der kalte Wind, der über das Karstplateau weht, ist essentiell für die Schinkenproduktion. Denn die Slowenen bedienen sich dabei einer sehr alten Methode zur Fleischkonservierung: die Lufttrocknung.

Für manche der Himmel auf Erden: Kraški Pršut Schinken während der Lufttrocknung, Foto: Boris Pretnar

Das geht so: Man nehme eine Schweinekeule, reibt sie mit reichlich Salz ein und lässt das Fleisch vom Bora Wind trocknen. Das Ganze dauert mindestens 12 Monate, teilweise sogar 16 Monate. Im Anschluss wird das Aroma fachkundig geprüft: Mit einem speziellen Pferdeknochen wird der Schinken angestochen und „geschnuppert“, ob das Fleisch bereits reif ist für den Verzehr. Wer es ganz genau wissen will, kann den Prozess hier nachlesen.

Kraški Pršut ist so typisch für die Karstregion Sloweniens, dass das Produkt 2012 das Gütesigel „g.g.A.“ von der EU verliehen bekam („geschützte, geographische Angabe“).

Schinken der Firma „KRAS“ werden in jedem slowenischen Supermarkt angeboten. Neben der „Standard-Ware“ gibt es aber auch sehr exklusive, kleine Produzenten wie etwa die Familie Ščuka. Seit 1934 hat sie sich auf die Produktion von Kraški Pršut spezialisiert.

Unbedingt probieren – und gerne auch mit nach Hause nehmen:
Ein paar Scheiben Edelschinken
Foto: Jaka Koren, Zana Kapetanovic

Wir können nur sagen: Unbedingt probieren – gerne auch in Begleitung von einem Stück Käse oder Wein….

….womit wir gleich beim nächsten Thema wären:

Teran Wein: Das „Blut aus dem Karst“


Tief rot, manchmal violett schimmert er im Glas – aber nicht lange. Denn der slowenische Wein Teran schmeckt einfach zu gut! Aufgrund seiner charakteristischen Farbe nennt man ihn im Friaul auch Sangue del Carso („das Blut aus dem Karst“).

Ein Winzer probiert seinen Teran, Foto: Jošt Gantar

Teran (ital. Terrano) ist eine Variante der Traubensorte „Refošk“ (ital. Refosco). Sein Anbaugebiet ist klein, fein und wird seit 1954 einmal quer von der italienisch-slowenischen Grenze durchschnitten. Auf 600 Hektar Fläche können Sloweniens Winzer hier Teran anbauen. Auf der italienischen Seite sind es sogar nur 15 Hektar. Interessantes Detail: Auch in Italien sind meist slowenische Winzer am Werk.

Wichtig zu wissen: Nur der Wein, der auf der fruchtbaren Jerina-Erde im Karst wuchs, darf als „Teran“ verkauft werden (alle anderen landen unter dem Begriff Refosco/ Refošk im Handel). In diesem Punkt gibt es einen schwelenden Streit mit Kroatien: Das Land möchte seinen in Istrien angebauten Refošk ebenfalls unter dem Begriff „Teran“ oder „Istarski Teran“ vermarkten. Die EU-Kommission hat sich noch nicht entschieden, wem wie recht geben will.

Auf der fruchtbaren, roten Jerina Erde gedeiht bester Teran Wein.

Der Teran Wein trotzt allen Herausforderungen der Natur: Zwar regnet es im Frühjahr und Herbst kräftig – das Wasser versickert jedoch schnell. Dazu kommt viel Sonne und ein kräftiger Bora-Wind. Für jede Traube hat sich der Teran Weinstock abgekämpft. Das riecht und schmeckt man.

Foto: Alan Kosmač

Noch ein Tipp: Der süße Teran Likör ist ein krönender Abschluss nach einem gelungenen Abendessen.

Mitten durch diese zauberhafte Landschaft führt seit 1986 eine etwa 15 Kilometer lange Weinstraße. Links und rechts davon haben sich verschiedene Gastronomiebetriebe angesiedelt – jederzeit bereit, Gäste zu verwöhnen.

GEFÜHRTE WEINTOUR

Wenn ihr Lust habt auf eine geführte Weintour – die gibt es gleich in der Nähe!
Goriska Brda und Vipava, zwei legendäre Weinbaugebiete, grenzen direkt an die Karstregion.

Ein privater Guide bringt euch zu den Winzern. Genießt die besten Tropfen im hauseigenen Weingarten oder -Keller. Slowenische Tapas inklusive.

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Winzer im Karst

Hier noch ein paar ausgewählte Winzer, die im Karst ihren Wein keltern:

Renčel

Er gilt als der „König des Teran“ und residiert in dem kleinen Ort Dutovlje. Renčel baut auf seinem Weingut nicht nur Teran an. Der experimentierfreudige Winzer kitzelt auch aus anderen Trauben die besten Aromen heraus, wie etwa Passito oder Pinot Noir (für die Gegend sehr untypisch). In seinem Keller reift sogar hausgemachter Aceto Balsamico.

WWW: http://www.rencel.si/en/

Rencel, der König des Teran, bei der Arbeit.

Lisjak

Ein Nachbar von Renčel ist Boris Lisjak. In siebter Generation baut er Wein in Dutovlje an. Pro Jahr füllt er bis zu 40.000 Flaschen ab – und wird mit Auszeichnungen für seine Qualität überhäuft.

Heute reift in französischen Eichenfässern auch Vinjak, die slowenische Form von Weinbrand. Gäste können sich durch’s Sortiment probieren und anschließend in einem von vier Appartements entspannen.

WWW: http://www.lisjak.si/de/domacija-lisjak/

Štemberger

Štemberger: Die Familie baut Wein an im kleinen Ort Šepulje. Ein zweiter Weingarten steht vor den Toren des mittelalterlichen Štanjel. Ihre Reben wachsen in einer Höhe von 280 bis 360 Metern. Die Folge: Mediterranes und voralpines Klima beeinflussen die Reifung der Trauben. Nettes Detail: Hinter dem Haus der Winzerfamilie rankt ein 300 Jahre alter Rebstock empor – der älteste der Region.

WWW: http://stemberger.si/

Der älteste Rebstock im Karst gedeiht bei der Winzerfamilie Štemberger.

Čotar

Seit 1974 keltert Branco Čotar in Gorjansko seinen Wein. Neben Teran landet heute auch Vitovska, Merlot, Sauvignon Blanc und ein Cuvee in seinen Flaschen. Die edlen Tropfen reifen im Felsenkeller, den er seit fast drei Jahrzehnten in den Stein gräbt.

Vom Einsatz systemischer Spritzmittel hält er ebenso wenig wie von Reinzuchthefen oder Filtern. Stattdessen reifen die Weine auf der Maische. In den 70er und 80er Jahren war er damit ein Querdenker im Bereich des Weinbaus. Heute ist er Trendsetter.

Nicht nur Weine kann man auf seinem Hof verkosten. Auch hervorragenden Kraški Pršut und Käse. Wem das nicht reicht: Im Ort Gorjansko betreibt die Familie ein Gasthaus (Gorjansko 4a, 6223 Komen).

WWW: www.cotar.si

Die Familie Čotar ist Trendsetter im slowenischen Weinbau. Hier der Sohn von Branco bei der Arbeit: Vasja Čotar

HINWEIS

Aufgrund ihrer geringen Produktionsmenge sind slowenische Weine im Ausland nur schwer erhältlich. Wenn ihr Interesse habt, euch durchzuprobieren: Besucht die Winzer vor Ort und deckt euch gleich mit ein paar Flaschen ein.

Auch lokale Vinotheken oder Restaurants
bieten eine breite Palette lokaler Weine.

Appetit bekommen? Dann lasst euch am besten von Profis verwöhnen!
Hier eine Auswahl der besten Lokale im Karst:

Top Restaurants im Karst

Pizzeria & restaurant Etna

Pizza gibt es in Slowenien fast an jeder Ecke. Das Etna ist etwas Besonderes. Italien liegt nur einen Steinwurf entfernt. Und Küchenchef Igor Pereson nimmt seine Arbeit sehr ernst.

Mit Kochkunst, Erfahrung und frischen, regionalen Zutaten kreiert er Pizzen, die auch den Michelin Guide zu einer Auszeichnung verleitet haben. Im Lokal gibt es sogar eine Pizza-Verkostung aus sechs Gängen – inklusive kalte Vorspeisen und Dessert. Hinfahren, ausprobieren!

WWW: https://www.etna.si/

Pizza & Co. in Perfektion im Restaurant Etna – Foto: Dean Dubokovič und Nejc Pernek

Gostilna Mahorčič

Aromatisches Entenleberparfait kommt hier genauso auf den Tisch wie butterzarte Schweinebäckchen. Die Chefin Ksenija Krajšek hat sich der regionalen Küche verschrieben. Auf den Teller landet, was die Saison gerade bietet.

Unbedingt Platz lassen für die süßen Nachspeisen! Wäre doch schade, wenn Kunstwerke wie die Biscuit-Halbkugel, gefüllt mit zartem Schoko-Karamell-Mousse und Pfirsichsauce keinen Platz mehr finden.

Das Lokal ist Teil der Jeunes Restaurateurs (JRE) und wurde vom Guide Michelin Guide und Gault Millau ausgezeichnet.

WWW: https://www.rundictes.si/

Sorgen für kulinarische Höhenflüge: Ksenija und Martin Mahorčič – Foto: Dean Dubokovič

Špacapanova Hiša

Quer im ganzen Haus reifen Delikatessen. In Regalen voller Fässer lagert Wein und Schnaps, im Keller liegt der Reiferaum für Schinken und Salami, ein ehemaliger Brunnen dient als Käselager, in einer anderen Ecke warten hausgemachter Essig und eingelegtes Gemüse auf ihren Verzehr.

1973 kaufte die Familie das alte Landgasthaus. Der Sohn Ago übernahm das Lokal vor ein paar Jahren schließlich von seiner Mutter. Gemeinsam mit dem jungen Koch Boštjan brachte er frischen Wind in die Küche. Fast alles auf den Tellern wird von der Familie selbst angebaut oder gezüchtet – wie etwa die Krškopolje-Schweine, eine autochthone Rasse mit reichlich Fett. Was fehlt, liefern die nächstgelegenen Bauern um die Ecke.

WWW: https://www.spacapan.si/de/

Lieferant für köstliche Fleischprodukte: Das Krškopolje-Schwein

Okrepčevalnica Ruj

Küchenchef Peter Patajač gilt als einer der begabtesten Köche Sloweniens. Auch der Guide Michelin hat Notiz von ihm genommen und ihn ausgezeichnet.

Der Besuch in diesem kleinen, feinen Lokal ist der perfekte Abschluss nach einem Karst Ausflug. Der Koch kümmert sich mit Hingabe um jeden Gast. Gostilnica Ruj serviert traditionelle Karst Küche – ohne dabei einfach oder phantasielos zu sein. Streng wacht der Chef über die lokale Herkunft aller Zutaten. Das werdet ihr riechen und schmecken.

WWW: bisher noch keine eigene Website
Adresse: Dol pri Vogljah 16, 6221 Dutovlje
Tel.: +386 5 734 17 20
Mail: peter.patajac@gmail.com
Ruhetag: Dienstag & Mittwoch

Vom Feinsten sind die Speisen, die Peter Patajač in seiner Gostilna Ruj serviert.

Highlights im Karst – Das könnt ihr entdecken

Lipica – Heimat der weißen Pferde


Lipica ist das älteste Gestüt Europas. Auch für „Nichtpferdefans“ ein absolut lohnender Ausflug! Schon seit 1580 wird hier eine berühmte Pferderasse gezüchtet – die Lipizzaner.

Lipizzaner in Lipica, Foto: Nea Culpa d.o.o.

Die weißen, gelehrsamen Tiere waren quasi der Rolls Royce für Paradeauftritte von König, Kaiser und Co. Noch heute ist der Betrieb mit 300 Zuchtpferden das größte Lipizzaner-Gestüt der Welt.

Ein Kutschenmuseum sowie die Stallungen und Weideflächen für Stuten und Fohlen können besichtigt werden. Hin und wieder gibt es Reitvorführungen, wo die Tiere ihr Können zeigen.

Tipp: Bucht vor Ort bei schönem Wetter eine Rundfahrt mit der Kutsche und lasst euch von der Atmosphäre auf diesem historischen Gestüt verzaubern. Ihr fahrt durch Alleen mit uralten Eichenbäumen, Wiesen auf denen die weißen Pferde grasen – Genuss pur.

Kutschfahrt durch Lipica, Foto: Dean Dubokovič
Lust bekommen auf einen Besuch?

Wir kümmern uns gerne darum!
Zum Beispiel auf einer Tour, die Dich auch in die nahe Küstenstadt Piran bringt.

Entdecke die herrschaftlichen Ställe von Lipica und anschließend erstklassige venezianische Architektur. Traumhafte Ausblicke auf die Küste inklusive!

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Die Höhlen von Škocjan

Zieht euch warm an, denn hier wird’s schaurig-schön …. und kühl!

In Škocjan zeigt sich der Karst von seiner dunklen, geheimnisvollen Seite. Der Fluss Reka hat diese unterirdische Welt erschaffen. Er gräbt sich tief in den Fels und verschwindet irgendwann völlig im Untergrund – entlang des Golfs von Triest tritt er aus verschiedenen Quellen wieder an die Oberfläche.

Berauschend schön! Die Höhle von Škocjan – Foto: Borut Lozej

Škocjan besteht aus vielen Höhlen und Gängen, Senken, Felsbücken und Löchern, in denen das Wasser verschwindet. Immer wieder werden neue Höhlenbereiche entdeckt. Zuletzt war das 1991 der Fall, als ein Team slowenischer Höhlentaucher sich noch weiter vorwagte und zahlreiche neue Felsengänge entdeckte.

Schon seit 1986 stehen die Höhlen auf der Liste des UNESCO-Weltkultur- und -naturerbes. Bestimmte Bereiche sind für Besucher gut erschlossen und können auf einer geführten Tour besichtigt werden.

Das absolute Highlight dabei ist die etwa 50 Meter hohe Cerkvenik-Brücke: Hier hast Du einen beeindruckenden Blick auf den Karstfluss, der tief unter Dir vorbei donnert. Ein wahrhaft „berauschendes“ Erlebnis.

Die Cerkvenik-Brücke – Foto: Borut Lozej
Zwei Highlights auf einmal

Entdecke Lipica und Škocjan auf unserer Tour. Ein privater Chauffeur bringt Dich von Deiner Unterkunft nach Škocjan und Lipica (und wieder retour).
Du kannst entspannt staunen und genießen!

HIER ENTDECKEN!

Vor Ort gibt es noch zahlreiche weitere Höhlen, die besichtigt werden können. Um einen Besuch zu arrangieren, wendet ihr euch vorab am besten an das örtliche Tourismusbüro.

Štanjel

Das zauberhafte Dorf Štanjel thront auf einem Hügel inmitten der weiten Karstebene. Schon früh erkannte man seine strategisch günstige Lage. Das Dorf wurde daher architektonisch „hochgerüstet“: Noch heute finden sich hier Wehrtürme, Festungsmauern und eine Burg aus dem Mittelalter.

Besucher schlendern entlang durch Torbögen, steinerne Brunnen, Treppchen und typische Karst-Häuser – vielfach aufwändig restauriert.

Bildschön aus jeder Perspektive: Štanjel – Foto: TIC Štanjel

Eine weitere Besonderheit ist der Ferrarigarten vor den Toren Štanjels. Ein reicher Arzt aus Triest ließ sich hier neben seiner Villa einst einen Park anlegen, inklusive venezianische Brücke, Pavillon und Pergola. Sehr sehenswert!

Wirkt wie eine Hommage an Venedig: Der Ferrari Garten – Foto: Arhiv ZKK
Štanjel erwartet Dich!

Begleite uns auf dieser Tour mit ganz viel „Ah, Oh“ und „Mmh“: Dein privater Guide zeigt Dir das Mittelalterdorf, Du genießt ein Brunch in einer alten Villa, versuchst Dich als Steinmetz und besuchst traditionelle Lebensmittelproduzenten.

NICHTS WIE HIN!

Den Karst entdecken: zu Fuß oder per Rad

Die Region ist ein Eldorado für Trekking- und Fahrradurlaub. Ein dichtes Netz aus Wander- und Radwegen umspannt das Gebiet. Zwischen Weinbergen, knorrigen Eichen, Höhlen und idyllischen Dörfern kommt jeder zur Ruhe. Einige sind Teil bekannter Weitwanderwege, wie der Alpe-Adria-Trail oder die Via Alpina.

Foto: Jošt Gantar

Ganz „nebenbei“ entdeckt ihr oft typische Karstarchitektur, wie etwa kleine, hübsche Steinhütten: Der einstige Wetterschutz für Hirten und Bauern ist ein architektonisches Kunstwerk. Es entstand allein durch die Schichtung von Stein auf Stein – kein Nagel o.ä. wurde verbaut, auch nicht für das Dach.

Optimaler Wetterschutz aus purem Stein: eine Karsthütte im Wald

Ebenso typisch für den Landstrich sind die langen Trockenmauern aus Kalkstein. Seit 2018 zählen sie zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO. Sie schützen den Boden gegen Erosion durch den Wind und gegen Schäden durch Weidevieh.

Typische Steinmauer im Karst, seit einiger Zeit auch Kulturerbe der UNESCO – Foto: Jošt Gantar

Ein Abstecher lohnt sich auch zum Aussichtsturm Cerje. Die imposante 25 Meter hohe Festung wurde im 1. Weltkrieg erbaut. Heute wacht sie als Friedensdenkmal über das Land und beinhaltet mehrere Ausstellungen zur slowenischen Geschichte. Das Highlight ist aber die grandiose Aussicht.

Bei sonnigem Wetter reicht der Blick von den Alpen bis ans Meer. Von hier lassen sich tolle Wanderungen starten, z.B. in Richtung Karstmoore.

Der Aussichtsturm in Cerje – toller Ausgangspunkt für Wanderungen

Mehr Inspiration und Information gibt es hier.

Mitbringsel? Flüssiges Gold!

Ein paar Flaschen Teran Wein oder Kraški Pršut sind ein tolles Andenken an diese bezaubernde Urlaubsregion. Wer will, kann noch ein weiteres „typisch slowenisches“ Produkt in den Koffer packen: Honig.

Wie überall in Slowenien hat die Imkerkultur auch im Karst eine lange Tradition. Der Kraški med“ erhielt von der EU das begehrte Sigel g.g.A. („geschützte geografische Angabe“). Er hat ein ganz besonderes Aroma, dass ihr euch unbedingt mal auf’s Brot schmieren solltet.

Einige Imker im Karst bieten Führungen zu ihren Bienenstöcken für Gäste an. Darüber hinaus könnt ihr euch durch eine Fülle von Honigprodukten schlemmen, wie etwa Honiglikeur, Propolis, Lebkuchen, Gelée Royale, Blütenstaub und, und, und…

Hobby mit Tradition: Die Imkerei in Slowenien – Foto: Vid Ponikvar Sportida d.o.o.

Ein paar renommierte Imker findet ihr hier:

Čebelarstvo Samo Furlani
Adresse: Volčji Grad 35, 6223 Komen
Tel.: +386 41 724 895
E-Mail: furlani-sp@amis.net

Čebelarstvo Atelšek
Adresse: Povir 52a, 6210 Sežana
Tel.: +386 41 649 142
E-Mail: ivan@atelsek.si
WWW: atelsek.si

Veranstaltungen

Im Jahreskalender des Karst stechen drei Events besonders hervor: Das Teran und Prosciutto Festival, St. Martin und die Eröffnung der Buschenschänken (Osmica).

Festival für Teran Wein und Karstschinken

Jedes Jahr im August lockt das Festival Besucher aus dem In- und Ausland. Auf dem Programm steht Kultur, Unterhaltung, Sport – und natürlich der Genuss von würzigem Teran Wein und Kraški Pršut. Wenn ihr in der Nähe seid, schaut vorbei!

Wo: Dutovlje
Wann: 7. 8. – 15. 8. 2021
WWW: www.teraninprsut.si

Perfektes Team für Geselligkeit: Schinken & Wein auf dem Teran Festival

St. Martin

Nach der Erntezeit bricht auf dem Land Feierstimmung aus. Das Fest zu Ehren von St. Martin ist ein wunderbares Beispiel. Entlang der Karstweinstraße wird aufgetischt, was der Landstrich hergibt. Die Teller biegen sich unter all den lokalen Spezialitäten.

Winzer und Bauern öffnen ihre Höfe, um Besucher zu verwöhnen. Junger Wein aus dem Karst darf dabei nicht fehlen. Für den Transport zwischen den einzelnen Weinkellern und Wirtshäusern sorgen spezielle „Hop-On/Hop-Off“-Busse. Sie fahren auch nach Sežana und Štanjel. Auch in diesen schmucken kleinen Orten wartet an St. Martin ein besonderes Programm auf Besucher.

Slowenen wissen wie man feiert – auch beim St. Martins Fest

Wann: 12. 11. – 13. 11. 2021
Wo: Karstweinstraße, Sežana, Štanjel

Osmica

Augen auf bei euren Wanderungen durch den Karst. Vielleicht habt ihr Glück und stoßt auf eine geöffnete Osmica. Was das ist?

„Osmica“ stammt von dem slowenischen Wort „osem“. Es steht für die Zahl acht. In einer Osmica dürfen hausgemachte Produkte wie Wein, Schinken, Käse oder Brot direkt beim Hersteller ausgeschenkt werden. Ein Bauernhof oder Winzer verwandelt seinen Hof demnach in eine kleine Wirtschaft.

Diese traditionelle Form des Verkaufs stammt noch aus der Zeit von Kaiserin Maria Theresia und war pro Jahr auf nur acht Tage beschränkt – daher „Osmica“ – acht. In Österreich und Deutschland kennt man diese Form der Gastwirtschaft eher unter dem Begriff „Buschenschank“ oder „Straußenwirtschaft“.

Genuss im Grünen geht am Besten in einer Osmica

Heute sind die Vorgaben nicht mehr so streng. Bauern und Winzer dürfen ihre Osmica auch mehrfach im Jahr öffnen. Ein hölzerner Wegweiser mit einem Efeuzweig weist auf einen geöffneten Buschenschank hin. (Der Efeuzweig bleibt angeblich genau acht Tage lang frisch.)

Wenn ihr gezielt eine Osmica ansteuern wollt, informiert euch am besten vorab online bei den lokalen Tourismusbüros. Sie geben Auskunft über Öffnungszeiten und Adresse.

Dieses Schild mit Efeuzweig verweist auf eine geöffnete Osmica.

Ein paar Adressen findet ihr z.B. hier.

Jetzt wisst ihr alles, was man aufschreiben kann. Ab hier gilt: Hinfahren, Anschauen, Durchprobieren! Lasst euch diesen abwechslungsreichen Landstrich nicht entgehen – er ist einfach zu schön!

Hinweis

Wir geben uns größte Mühe für die Richtigkeit aller Informationen.
Dennoch gilt: Alle Angaben ohne Gewähr.


Das war die Theorie - jetzt ab in die Praxis: Entdecke den Karst aus der Nähe. Zum Beispiel bei diesen Touren!

Entdecke Lipica & Škocjan

Staunen in Štanjel